Unendlich müde

Pause

Unendlich müde und erschöpft. So vieles hätte ich noch nicht erzählt, so viele Fotos und Videos nicht veröffentlicht. Doch so eine Reise hinterlässt Spuren. Jetzt brauche ich erstmals Ruhe und Erholung, bevor ich das Projekt fortsetze.

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Die Kinder und das Meer

Ireon, Griechenland

Drei Kinder ertranken während ihrer Flucht in der Ägäis am 15.1.2016. Sie sind außerhalb eines griechisch-orthodoxen Friedhofs im kleinen Dorf Ireon, nahe Pytharorio, begraben. Dies ist ihre Geschichte.

Mehr über diesen Friedhof gibt es in dem Blogpost Selbst im Tod auf Abstand gehalten

Selbst im Tod auf Abstand gehalten – Der Friedhof

Ireon, Samos

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Eine Grabstätte für ertrunkene Flüchtlinge , gleich hinter den Mauern eines griechisch-orthodoxen Friedhof in einem kleinen Dorf in der Nähe von Pythagorio.
Es gibt hier Dutzende von kleinen, kargen Hügeln, die mit Erde und Steinen aufgeschüttet wurden. Einige, namenlos, sind durch Steinplatten mit Zahlen als Gräber markiert. Plastikblumen versuchen, diesem Ort etwas Würde zu verleihen. Andere Hügel sind markiert mit einfachen Grabsteinen, auf denen Koranverse geschrieben sind. Es gibt Teddybären auf einige Gräber. Dutzende von Flüchtlingskindern , die meisten von ihnen syrisch, sind hier begraben.

Der Wind weht durch die Bäume und auch das Rauschen der Wellen ist permanent als Hintergrundgeräusch präsent. Jemand von innerhalb der Friedhofsmauern fragt mich: „Was fotografieren Sie hier?“

Ich beginne zu weinen.

Im Schwebezustand gefangen – Das Camp

Samos, Greece

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Das Camp, wie dieses Anhaltelager hier auf Samos genannt wird, wurde 2007 mit Mitteln der Eu für 250 Menschen gebaut. Nun wird es von 800 Menschen bewohnt. Alle festen Unterkünfte hier sind überfüllt. Das abschüssige Grundstück ist vollgepflastert mit kleinen Zelten. Bis zu 6 Personen sind in einem untergebracht. Es gibt keinen freien Platz mehr.

Ein Mann hat mir erzählt, dass eines Nachts – als er versuchte, mit seinem Baby im Arm endlich zu schlafen – das Baby im Schlaf den Hügel hinabrollte.

Das Camp ist versperrt, ein Gefängnis. Keinem ist offiziell erlaubt, es für einen Spaziergang zu verlassen. Rundum ist überall Stacheldraht. Oft ist zu wenig Essen für alle da und medizinisch werden die Grundbedürfnisse abgedeckt. Es gibt kein Spielzeug für die Kinder und auch für die Erwachsenen keinerlei Zerstreuung. Niemand weiß, was als nächstes passieren wird. Niemand weiß, ob und wann sie ihre Reise fortsetzen dürfen. Alle sind in einer Art Schwebezustand gefangen.

Nichts macht diesen Ort hier freundlich – Er bietet keine Zuflucht, keinen Rückzug, keinen Platz sich auszuruhen und zu erholen.
Dieser Ort zeigt den Menschen hier sehr deutlich, dass sie nicht willkommen sind in Europa.

Die Aussicht

Samos, Griechenland

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Dies ist die Aussicht von Samos in die Türkei. Die türkische Küste ist nur 2.5 km entfernt. IOM berichtet, 1232 Flüchtlinge sind dieses Jahr bereits bei dem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren,  ertrunken.