Kategorie-Archiv: Gesichter und Geschichten

Von Kenia nach Melilla

 

Sheila

Sheila, 25 aus Kenia

Sie steckt alle im Kurs mit ihrer guten Laune an. Nur wenn sie nach dem Grund für Ihre Flucht gefragt wird, ist sie kurz angebunden: „Big Troubles“. Ihre Reiseroute dauerte 6 Jahre. Ein Jahr von Kenia nach Marokko, dann hat sie 5 Jahre im Wald von Nador auf ihre letzte Station gewartet. Staubig sei es dort gewesen und sie mußte sich vor den marokkanischen Polizisten verstecken, die immer wieder die Lager im Wald zerstören. Kein Dach über dem Kopf, kein Geld um Essen zu kaufen, im Winter keine warme Kleidung.

Sie überquerte die Grenze unter einem Lastwagen versteckt. Seit zwei Wochen ist sie im Lager – und glücklich. Sie freut sich über die Dusche, schätzt das eigene Bett, mag das Essen. Nur ein bisschen langweilig ist es hier, deshalb besucht sie Kurse, hilft beim Hüten der Kinder, muntert die syrischen Flüchtlinge auf. Sie kommuniziert mit Allen, auch ohne deren Sprache zu sprechen. Sie freut sich auf den Tag, an dem sie endlich den „Entrada“ erhält, ihr Ticket zum Festland.

Heute ist sie nicht erschienen. Sie mußte zum Kommissariat. Ihre Chancen auf Asyl stehen nicht gut.

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Von Syrien nach Melilla

Danii, 15 und ihr kleiner Sohn

Danii, 15 und ihr kleiner Sohn

Danii kommt aus einem Dorf im Norden von Syrien. Ihr Mann konnte  sie auf seiner Flucht nicht mitnehmen,  da sie schwanger war. Er brachte sie zu Verwandten in einem vermeintlich sicheren Teil Syriens. Doch nach der Geburt ihres Kindes war auch dieser Ort nicht mehr sicher.

Ihr Mann, mittlerweile anerkannter Flüchtling in Frankreich, schickte Geld für ihre Flucht. Sie reiste mit ihrem Baby mittels eines gefälschten Passes über die marokkanische Grenze. Nun ist sie seit 6 Monaten hier im CETI. Minderjährig und alleine mit ihrem Sohn.

Sie wartet darauf, das ihr Asylverfahren endlich beginnt und sie zu ihrem Mann nach Frankreich reisen darf. Er hat sein Kind noch nie gesehen.

Mehr als 4 Millionen Syrer mußten bis jetzt aus ihrem Land flüchten.

Die EU hat insgesamt 130.000 Syrer aufgenommen. In Österreich wurde eine Sonderquote für 1000 zusätzlichen syrische Flüchtlinge beschlossen, die noch nicht ausgeschöpft ist, da sich noch keine passenden Flüchtlinge fanden.

Ich würde mir wünschen, das diese Asylpolitik einer der zuständigen Politiker mal Danii erklärt.

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