Verlassen

Alpbach (Österreich) | 23. August - 5. September 2009

Der Lago Epecúen ist ein See mit hohem Salz- und Schwefelgehalt rund 600 km südöstlich von Buenos Aires. In den 1920er-Jahren bauten Investoren aus der Hauptstadt den Tourismuskomplex Villa de Lago Epecúen direkt am Seeufer. In den Jahrzehnten darauf blühte Villa de Lago Epecúen zu einem modernen Tourismusort mit 1 500 Einwohnern und 25 000 Hotelbetten auf: In den 1960er-Jahren war die Region von ungewöhnlicher Trockenheit betroffen, am Höhepunkt der Trockenperiode war der See nur noch rund 2m tief und wies einen Salzgehalt von 400g/Liter auf. In dieser Phase ersuchte die lokale Politik um Hilfe. Diese kam in Form von Zuleitungskanälen von den großen Flüssen, die die Wassermassen von den Anden Richtung Atlantik transportierten. Der Wasserstand stieg wieder, das Geschäft mit dem Tourismus konnte weitergehen. Doch das Klima änderte sich wieder. Das Wasser im Lago Epecúen stieg bedrohlich. Hilferufe der örtlichen Bevölkerung verhallten ungehört, die Regierung Argentiniens versprach sich des Problems anzunehmen.
Auf diese sollten sich die Bewohner von Villa de Lago Epecúen jedoch nicht verlassen können.1985 durchbrach das salzige Wasser einen Erddamm, und Villa Epecuen war dem Untergang geweiht.

Im Rahmen der Ausstellung Verlassen werden die Fotos als schemenhafte Abbilder gezeigt. Sie schweben im Raum, so wie dieser Ort als Ganzes nur noch in Fragmenten der Erinnerung präsent ist.

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Katalog der Ausstellung
Programm des Forum Alpbach 2009

Veranstaltungsort:

Congress Centrum Alpbach
Alpbach 246
6236 Alpbach
Österreich

Präsentierte Werke:
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