Cimmarones

Entstehungsjahr
2006
Entstehungsort
Kolumbien
Maße
15 Bilder je 40 x 60 cm
Material
C-Print
Präsentiert bei

Von der Notwendigkeit, Augen am Hinterkopf zu haben | Strobl am Wolfgangsee | Sep 2007

In Kolumbien begann die Geschichte der Sklaverei Anfang des 16. Jahrhunderts. Die afro-kolumbianischen Sklaven kämpften von Anfang an um ihre Freiheit.

In der undurchdringlichen Dschungel-Landschaft des Choco gründeten sich bald afrikanische Dörfer, die „Palenques“ (dt.: Pfeiler) genannt wurden. Dorthin flüchteten Sklaven, die ihren Unterdrückern entfliehen konnten. Sie nannten sich selbst Cimarrones (dt.: entlaufenes Haustier). Diese abgeschotteten Gemeinschaften entwickelten ihre eigene soziokulturelle Ethik: respektvoller Umgang mit der Umwelt und die Hochhaltung sozialer Werte wie Frieden, Freundschaft und Solidarität blieben stets wichtiger als Geld und Gewinnmaximierung. Jahrhundertelang lebten sie als „vergessener“ Teil Kolumbiens.

Der dichte Regenwald, das komplexe Ökosystem, der Reichtum an natürlichen Ressourcen und der Erhalt ihrer Traditionen und Kultur reichten nicht aus um den Menschen der Region sozialen Aufstieg zu ermöglichen. Konzerne plünderten den Reichtum an Bodenschätzen und Wald und ließen die Menschen unter extrem schlechten Lebensbedingungen zurück. Zusätzlich zu den so entstandenen und entstehenden massiven sozialen Problemen kommen heute auch noch die Grausamkeiten eines bewaffneten Konflikts. Die einst sicheren Palenques sind strategisch wichtige militärische Ziele geworden – die Menschen müssen flüchten. Bewaffnete Gruppen, besonders paramilitärische Einheiten, terrorisieren die Bevölkerung und begehen zahllose Massaker. Es geht um die Kontrolle am Rio Atrato, dem Hauptverkehrsweg des Drogenschmuggels aber auch der Lebensader des Choco.

Konfrontiert mit all diesen Attacken auf ihre Kultur, ihre Werte und ihr Leben haben sich die Cimarrones trotz alledem ihre Würde bewahrt. Sie sind das stolze afrikanische Herz von Kolumbien.