Ode an die Freude

Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium!
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum;
Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng geteilt;
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.

Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein,
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja, wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund‘ -
Und wer‘s nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund.

Friedrich Schillers Libretto zum letzten Satz von Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie, die gemeinsam die Hymne der europäischen Union „An die Freude“ bilden, sagt viel über die Sicht Europas auf sich selbst und sein Verhältnis zu unbequemen Eindringlingen aus. Mit hohem Pathos beschreibt sie das klassische Ideal einer Gesellschaft Gleichberechtigter, die durch das Band der Freude und der Freundschaft verbunden sind.


Eine weiße Spitzendecke aus hochwertigstem Kaschmir – von Tanja Boukal von Hand gestrickt – trägt den Text der Europahymne umrahmt von gestricktem Stacheldraht. Dieses Werk ging mit ihr in Melilla auf Wanderschaft . Auf beiden Seiten der europäischen Außengrenze fotografierte sie Flüchtlinge eingehüllt in diese Luxusdecke, eingehüllt in die hehren Ideale Europas.

Download einer Übersicht aller Fotos hier